Die Vorbereitungen dauerten Monate, und die Erwartungen waren hoch. Mit großer Freude nahmen die Südtiroler die Einladung der Arge Volkstanz Wien an, den Wiener Kathreintanz 2025 mitzugestalten.
Neben der gemeinsamen Mission und der Leidenschaft für den Volkstanz verbinden die Arbeitsgemeinschaften enge Freundschafts- und Partnerschaftsbande. Diese Partnerschaft erneuert und stärkt sich mit jedem neuen gemeinsamen Projekt und eine Einladung wie diese hatte daher eine ganz besondere Bedeutung.

Foto: Arge Volkstanz Wien | Peter Zeschitz
Der Wiener Kathreintanz gilt in der Volkstanzszene als einer der schönsten Veranstaltungen des Jahres: Tanzbegeisterte aus Nah und Fern, hervorragende Musik und ein Eröffnungskomitee, das jedes Jahr aufs Neue überrascht. Der prunkvolle Saal des Palais Ferstel lässt die Ballgäste beim Schweben zu den Klängen eines Walzers etwas ganz Besonderes erleben. Der Bedeutung dieser Aufgabe bewusst bot sich die Volkstanzgruppe Villanders aus Südtirol an, mit ihren Tänzen die Pausengestaltung zu übernehmen.
Mit dem ausgewählten Repertoir wurden Tänze präsentiert, die in Südtirol besonders beliebt und geschätzt sind, zugleich wollte man auch mit einigen Raritäten überraschen. Der Tanzleiter Andreas Mayrhofer wählte daher „Hits“ der Tiroler Tanzböden wie den Knödeldrahner und den Marschier Boarischen aus, entschied sich aber auch für zwei eher selten getanzte Stücke, die von der Gruppe in kurzer Zeit eingelernt wurden: den Alten Plattler (nach alten Aufzeichnungen des Wiener Volkstanzforschers Karl Horak) sowie den Pinzgauer Landler. Als Darstellung typisch südtirolerischer Arbeit zeigten die Burschen der Tanzgruppe mit dem Burschenplattler „Mahder“ eindrucksvoll und virtuos, wie Feldarbeit traditionell ausgeführt wird.

Foto: Arge Volkstanz Wien | Peter Zeschitz
Während der Proben arbeiteten die 16 Tänzerinnen und Tänzer an den Details jeder einzelnen Darbietung. Dies spiegelte sich deutlich in der Aufführung wider, die dennoch die Spontaneität bewahrte, für die die Gruppe aus dem Eisacktal bekannt ist.
Nicht nur die Tanzgruppe stand beim Kathreintanz im Mittelpunkt, sondern auch musikalisch war Südtirol stark vertreten: Das Quartett Gloatner Partie teilte sich die musikalische Gestaltung im Hauptsaal mit der Gruppe „Die Tanzgeiger“. Dass die Tanzfläche zu keinem Zeitpunkt leer war, zeigte eindrucksvoll, dass die Formation rund um die Familie Prünster – ergänzt durch das iberische Temperament des spanischen Klarinettist Xaver Hernandez – das Publikum restlos begeisterte.

Foto: Arge Volkstanz Wien | Peter Zeschitz
Um ihre Freunde zu unterstützen und dieses besondere Ereignis gemeinsam zu erleben, packten rund fünfzig Südtirolerinnen und Südtiroler voller Vorfreude ihre Trachten ein und machten sich auf den Weg nach Wien. Rund 600 Kilometer und etwa sieben Stunden Reisezeit, die der guten Laune, der Begeisterung und der südtirolerischen Lebensfreude keinen Abbruch taten. Der Einsatz lohnte sich: Für viele war es das Debüt beim Wiener Kathreintanz, einige besuchten Wien sogar zum ersten Mal. Neben dem unvergesslichen Ball blieb auch Zeit, die Stadt, ihre kulturellen Sehenswürdigkeiten und natürlich die weltberühmten Weihnachtsmärkte bei einem Glühwein zu genießen.

Foto: Arge Volkstanz Wien | Peter Zeschitz
Die ARGE Volkstanz Südtirol bedankt sich herzlich für die Einladung und die Möglichkeit, an einem so besonderen Anlass teilzunehmen, und wünscht sich viele weitere Jahre der partnerschaftlichen Zusammenarbeit und des gemeinsamen kulturellen Schaffens.
Claudia Santana
